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Untergewicht bei Kindern

Untergewichtiges KindAls Eltern beobachten wir das Gewicht unserer Kinder mir Argusaugen. Da die Ernährung in den ersten Lebensjahren vor allem in der Hand der Eltern liegt, fühlen sie sich ebenso zu 100 Prozent für das Gewicht der Kleinen verantwortlich. Nicht nur starkes Übergewicht sorgt für Sorgenfalten, auch sehr untergewichtige Kinder beschäftigen uns Eltern. Nicht selten hat man das Gefühlt anderen Erwachsenen stünde die Frage „Bekommt das Kind denn zuhause nichts zu essen?“ in großen Lettern auf der Stirn.

Wann spricht man von Untergewicht?

Bei Erwachsenen gilt ein BMI von unter 18,5 als untergewichtig. Für Kinder hingegen gibt es keinen allgemein gültigen Wert. Nach der Berechnung des BMIs des Kindes gilt es den Wert anhand einer BMI-Tabelle für Kinder zu deuten. Entsprechend des Alters kann dieser sich stark unterscheiden.

Untergewicht bei Kindern wird außerdem in zwei Formen eingeteilt.

Zum einen spricht man von der primären Form, bei der zu wenig Nahrung im Allgemeinen oder eine nährstoffarme Ernährung zu Grunde liegt. Untergewicht der sekundären Form wird durch körperliche bzw. psychische Krankheiten oder der Einnahme von Medikamenten verursacht.

Formen von Untergewicht

sekundäre Form: krankheitsbedingt oder genetisch veranlagt

Viele genetische Anlagen und Krankheiten führen zu einer schlechten Nahrungs-Verwertung bei betroffenen Kindern

  • Appetitlosigkeit als Folge von Erkrankungen oder deren medikamentöser Behandlung
  • Parasiten (z.B. Bandwürmer)
  • zu geringe Aufnahme der Nährstoffe im Darm
  • ungenügende Aufspaltung der einzelnen Nährstoffe im Magen
  • Enzymstörungen (z.B. Milch- bzw. Laktoseintoleranz)
  • Stoffwechselstörungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion)
  • chronische Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn)

primäre Form: nährstoff- oder fettarme Ernährung

Zu geringe Ernährung oder die falsche Ernährung zum Beispiel durch die Auswahl besonders kalorienarmer Lebensmittel ist der häufigste Grund für Untergewicht bei Kindern.

Vorübergehendes Untergewicht

Neben den oben genannten Formen von Untergewicht bei Kindern, welche auf lange Sicht schädlich für die Gesundheit und Entwicklung sind, gibt es auch eine vorübergehende Form von Untergewicht. Sie tritt trotz ausgewogener Ernährung und einem optimalen Gesundheitszustand des Kindes auf und begründet sich alleine durch Wachstumsschübe oder hormonelle Umstellungen im Körper des Kindes. Dieses kurzzeitige Untergewicht ist nicht gesundheitsschädlich und normalisiert sich üblicherweise von selbst.

Folgen von Untergewicht bei Kindern

  • häufig verursacht Untergewicht einen Schwund an Fettgewebe und Muskelmasse
  • Mineralstoffmangel führt zu einem äußerst geschwächten Körper
  • Störungen des Wachstums und der geistigen Entwicklung
  • verlangsamter Stoffwechsel
  • eine erhöhte Infektanfälligkeit
  • verlangsamte Wundheilung und Genesung nach Krankheitsverläufen
  • eine höhere Wahrscheinlichkeit für das Erkranken an Osteoporose im späteren Alter

Was kann man gegen Untergewicht tun?

Untergewicht bei Kindern tritt häufig auch trotz einer ausgewogenen und an sich gesunden Ernährung auf. Der im Einzelfall erhöhte Energiebedarf mancher Kinder, beispielsweise durch ein sehr aktives Wesen, kann dann mit ein paar einfachen Tricks ungezwungen bei der Ernährung berücksichtigt werden:

  • warme Speisen mit Pflanzenölen, Sahne oder Butter anreichern
  • Brote dicker als üblich belegen
  • Gerichte mit Käse überbacken
  • Beilagen wie Nudeln, Reis oder Kartoffeln noch einmal separat in Öl anbraten
  • zu Brot oder Gemüse fettreiche Dips anbieten
  • als gesunde Zwischenmahlzeiten fetthaltige Lebensmittel wie Studentenfutter, Oliven, Fruchtschnitten oder Milchreis anbieten

Auch die Mahlzeiten selbst können so gestaltet werden, dass Kinder automatisch mehr essen:

  • für jede Mahlzeit sollte genügend Zeit eingeplant werden, damit sich das Kind die nötige Zeit nehmen und in Ruhe essen kann
  • Kinder, die besonders viel an der frischen Luft spielen, kommen häufig mit mehr Appetit nach Hause
  • beim Essen sollte es möglichst wenig Ablenkung (wie Fernsehen) geben
  • zu spätes Essen führt oft zu müden Kindern, welche automatisch weniger Appetit haben
  • zwischen den Mahlzeiten sollte nicht genascht werden um einen gesunden Hunger zu entwickeln
  • Essen kann für Kinder schmackhaft gemacht werden, in dem man sie mit in den Einkauf und das Kochen einbezieht oder die Gerichte besonders hübsch gestaltet

Untergewicht ist nicht gleich Untergewicht

Viele Kinder sind laut aller Tabellen untergewichtig und dennoch kerngesund. Nicht immer kann man nur die Statistiken zu Rate ziehen. Ist ein Kind fit, aufgeweckt und agil und zeigt keinerlei Mangelerscheinungen an Vitaminen und Mineralien, so kann auch ein ungewöhnlich niedriges Gewicht für dieses Kind das Normalgewicht darstellen.



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