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Essstörungen bei Kindern

Essstörung bei Kindern“Meine Suppe ess ich nicht!”
(Der Suppenkaspar)

Trotz aller guten Vorsätze und einem scheinbar vorbildlichem Ernährungsplan, geraten viele Kinder bereits in sehr jungen Jahren in eine äußerste ungesunde Lage: Sie entwickeln eine Essstörung. Plötzlich gehören die Mahlzeiten nicht mehr zum Alltag, sondern nehmen die gesamte Aufmerksamkeit der Familie in Anspruch. Das gemütliche oder gesellige Abendbrot wird durch eine Essstörung bei Kindern zum Machtkampf zwischen ihnen und ihren Eltern.

Wann spricht man von einer Essstörung bei Kindern?

Essstörungen bei Kindern können in völlig verschiedenen Varianten auftreten. Bereits im Säuglingsalter kann eine sogenannte Fütterungsstörung vorliegen, bei der ernsthafte Probleme beim Stillen aufkommen, das Baby häufig erbricht oder schon die Kleinsten die Beikost aus verschiedenen Gründen verweigern oder dabei extrem wählerisch vorgehen. Häufiger sind allerdings Essstörungen bei Kindern in Form von Nahrungsverweigerung (z.B. Magersucht) oder der übermäßigen Nahrungsaufnahme (z.B. Ess-Sucht), welche sich dadurch auszeichnen, dass sie die Familie und besonders das Kind sowohl emotional, als auch gedanklich über den gesamten Tag beschäftigen.

Hat mein Kind eine Essstörung?

Sollte ein Kind folgende Verhaltensweisen häufig zeigen, so empfiehlt es sich das Gespräch zu suchen und einen Kinderarzt zu Rate zu ziehen um eine Essstörung auszuschließen oder ggf. zu behandeln.

  • Das Kind scheint ständig über Lebensmittel nachzudenken oder zu sprechen, es schlingt bei den Mahlzeiten, wirkt selten gesättigt, isst heimlich oder unter psychischer Belastung und weißt einen deutlichen Anstieg der Gewichtskurve auf. (Symptome einer Esssucht)
  • Es erbricht sich häufig ohne ersichtliche Ursache wie Krankheit oder starke körperliche Belastungen (Symptome einer Bulimie)
  • Das Kind nimmt besorgniserregend langsam zu oder stagniert und wirkt dabei krank bzw. schwach (Symptome einer Magersucht)

Viele Eltern sind besorgt, wenn ihr Kind phasenweise keinen oder wenig Appetit hat, bei der Tellergestaltung extrem eigen ist (beispielsweise die Lebensmittel nicht vermischen möchte), einige Lebensmittel grundsätzlich verweigert und auf Neues sehr abweisend reagiert. Diese Verhaltensweisen sind allerdings für Kinder völlig normal. Solange ein Kind gesund und aufgeweckt erscheint und bezüglich des Gewichtes keine Auffälligkeiten zeigt, sollte man sich nicht verunsichern lassen.

Die häufigsten Essstörungen bei Kindern

  • Magersucht / Anorexie
    Meist beginnt die Magersucht in der Pubertät. Eine scheinbar harmlose Diät vieler Mädchen (oder immer mehr Jungen) wird zur Sucht, welche eine immer größere Gewichtsabnahme nach sich zieht. Das Bedürfnis nach Selbstkontrolle, die einem Sicherheit und Stolz vermittelt, wird zur psychischen Krankheit, bei der betroffene Kinder kein reales Bild von sich selbst mehr haben.
    mehr zur Magersucht…
  • Bulimie
    Häufig resultiert die Bulimie aus einer vorangegangenen Magersucht. Der andauernde Diätwahn verursacht einen starken Heißhunger, dem die Kinder von einem Moment auf den anderen nachgeben. Das daraufhin eintretende schlechte Gewissen bringt sie nach der Ess-Attacke (bei der oft wahllos Lebensmittel verschlungen werden) dazu, sich anschließend zu übergeben – fatal für den Körper.
    mehr zu Bulimie…
  • Adipositas
    Statt der einfachen Nahrungsaufnahme werden Lebensmittel bei betroffenen Kindern zum Ersatzmittel. Seelische Probleme, wie das Gefühl nicht geliebt zu werden oder Mobbing in der Schule, verarbeiten Kinder mit Adipositis durch Essen. In der Sucht finden Sie den Trost bei geliebten Lebensmitteln und gefährden durch extremes Übergewicht die eigene Gesundheit und Entwicklung.
    mehr zu Adipositas…

Was können Eltern bei einer Essstörung tun?

Verständlicherweise fühlen sich Eltern schuldig wenn das eigene Kind an einer Essstörung erkrankt. Sie fürchten Vorurteile und das Gerede anderer Eltern oder der Familie. Häufig leiden die Eltern besonders darunter, dass sich das erkrankte Kind vor Ihnen verschließt und sie keinen Zugang mehr zu ihm bekommen. Doch Schulgefühle und Selbstmitleid sind kontraproduktiv um dem eigenen Kind wieder auf dem richtigen Weg zu unterstützen. Zahlreiche Beratungsstellen, sowie Kinder- und Jugendärzte oder Psychologen stehen Betroffenen und deren Familien beratend und behandelnd zur Seite.

 



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